Übergewicht und Vitamin-D-Spiegel

Wissenschaftler aus China untersuchten bei 1277 Personen im Alter zwischen 20 und 82 Jahren den Zusammenhang zwischen Parametern des Übergewichts und den 25-OH-D-Spiegeln im Blutserum. Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass Personen mit abdominalem Übergewicht im Vergleich zu den Kontrollpersonen niedrigere 25-OH-D-Spiegel aufwiesen. Das abdominelle Übergewicht wurde definiert durch den Taillenumfang und durch das Verhältnis Taille zu Hüfte.

Referenz:
Zhang Y et al.: The relationship between obesity indices and serum vitamin D levels in Chinese adults from urban settings. Asia Pac J Clin Nutr. 2016;25(2):333-9.


Histidin und Übergewicht

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei 88 übergewichtigen oder adipösen Studienteilnehmern, inwieweit die Histidinaufnahme mit Übergewicht assoziiert war. Sie konnten nachweisen, dass bei den adipösen Probanden im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen die Histidinaufnahme über die Nahrung signifikant niedriger war. Die Histidinaufnahme korrelierte invers mit dem BMI und der Taillenweite, außerdem mit dem Blutdruck. Eine höhere Histidinzufuhr war besonders bei Frauen mit einer geringeren Prävalenz von Übergewicht und abdominellen Übergewicht verbunden.

Referenz:
Li YC et al.: Relationships of Dietary Histidine and Obesity in Northern Chinese Adults, an Internet-Based Cross-Sectional Study. Nutrients. 2016 Jul 11;8(7). pii: E420. doi: 10.3390/nu8070420.


Vitamine bei Fettleber

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist eine komplexe Störung des Leberstoffwechsels, die stark mit Übergewicht zusammenhängt. Verschiedene Vitamine können die Entstehung der Fettleber günstig beeinflussen. Wissenschaftler aus Großbritannien erwähnen diesbezüglich die Vitamine A, B3, B12, D und E.

Vitamin A kann z. B. die Fettansammlung in der Leber vermindern und den Fettabbau in der Leber aktivieren. Vitamin D ist ein wichtiger Regulator des Immunsystems und vermindert die Entzündungsaktivität. Vitamin E ist ein wichtiges fettlösliches Antioxidans, das insbesondere Fettmoleküle vor oxidativen Schäden schützt. Bei Patienten mit Fettlebererkrankung wurde mehrfach ein oxidativer Stress nachgewiesen. Eine Supplementierung von Vitamin B3 kann zum Beispiel die Insulinsensitivität verbessern und die Serumspiegel von Triglyceriden und LDL-Cholesterin vermindern. Bei der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung, die wie bereits erwähnt sehr eng mit der Entwicklung von Übergewicht zusammenhängt, sollte also der Vitamin-Status größere Beachtung finden.

Referenz:
Jiawei Li et al.: The Role of Vitamins in the Pathogenesis of Non-alcoholic Fatty Liver Disease. Integr Med Insights. 2016; 11: 19–25. Published online 2016 Apr 27. doi:  10.4137/IMI.S31451


Aminosäurenkonzentrationen bei Übergewicht und Diabetes

Wissenschaftler aus Japan untersuchten den Zusammenhang zwischen den Aminosäurenkonzentrationen im Blutplasma und Übergewicht und Glucoseregulation bei japanischen Erwachsenen mit normaler Glucosetoleranz. 83 Studienteilnehmer mit normaler Glucosetoleranz wurden in die Gruppen übergewichtig und nicht übergewichtig eingeteilt und dann noch in die Gruppen viszerales Übergewicht und nicht viszerales Übergewicht. Viszerales Übergewicht war mit höheren Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren assoziiert, außerdem mit höheren Konzentrationen von Lysin, Tryptophan, Cystin und Glutamat und niedrigen Konzentrationen von Asparagin, Citrullin, Glutamin, Glycin und Serin. Das Homöostase-Modell  für die Betazellfunktion korrelierte positiv mit Leucin, Tryptophan, Valin und Glutamat und negativ mit Citrullin, Glutamin, Glycin und Serin.

Die Menge von viszeralem Fett war positiv mit den Tryptophan- und Glutamatspiegeln assoziiert. Die viszerale Fettmenge und die subkutale Fettmenge korrelierte negativ mit Citrullin, Glutamin und Glycin. Insgesamt zeigte die Untersuchung verschiedene spezifische Zusammenhänge zwischen 10 Aminosäuren und der Art und dem Ausmaß von Übergewicht sowie Indizes der Glucose- und Insulinregulation. Möglicherweise haben diese Aminosäuren eine Bedeutung als frühe Marker für die Prävalenz von Übergewicht und Diabetes.

Referenz:
Takashina C, Tsujino I et al.: Associations among the plasma amino acid profile, obesity, and glucose metabolism in Japanese adults with normal glucose tolerance; Nutr Metab (Lond). 2016 Jan 19;13:5.


Aminosäuren und Fettstoffwechsel

Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer Aminosäurenmischung auf die Fettverbrennung. Die Mischung bestand aus den Aminosäuren Arginin, Alanin und Phenylalanin. Sie konnten nachweisen, dass die Einnahme von drei Gramm dieser Mischung vor einer körperlichen Anstrengung den Fettstoffwechsel stimuliert. Die genannte Aminosäurenmischung könnte also in Zusammenhang mit einer körperlichen Aktivität eine sinnvolle Ernährungsstrategie zur Verbesserung der Fettverbrennung sein.

Referenz:
Ueda K1, Nakamura Y et al.: Amino Acid Mixture Enriched with Arginine, Alanine, and Phenylalanine Stimulates Fat Metabolism During Exercise; Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2015 Aug 3.


Glutamin und Darmflora

Brasilianische Wissenschaftler untersuchten, ob eine orale Glutamineinnahme bei übergewichtigen oder adipösen Erwachsenen die Zusammensetzung der Darmflora verändern kann. Die 33 Studienteilnehmer im Alter zwischen 23 und 59 Jahren erhielten über einen Zeitraum von 14 Tagen entweder 30 Gramm Alanin oder 30 Gramm Glutamin. Die Darmflora wurde in beiden Gruppen untersucht. Bei den Teilnehmern der Glutamingruppe zeigte sich nach 14 Tagen eine statistisch signifikante Veränderung der Darmbakterienzusammensetzung. Das Verhältnis der „Firmicutes to Bacteroidetes“, ein guter Biomarker für Adipositas, verminderte sich deutlich in der Glutamingruppe, während es in der Alaningruppe zu einem Anstieg kam. Es wurde auch eine statistisch signifikante Verminderung verschiedener Bakterienstämme der Firmicutes-Gruppe nachgewiesen.

Referenz:
de Souza AZ, Zambom AZ et al.: Oral supplementation with L-glutamine alters gut microbiota of obese and overweight adults: A pilot study; Nutrition. 2015 Jun;31(6):884-9.


Weltweit leidet eine halbe Milliarde Menschen an Fettleibigkeit

Übergewicht ist zu einem globalen Problem geworden. Beleibte Menschen gibt es heute nicht nur in den reichen Industriestaaten; mittlerweile sind auch Menschen in armen Ländern betroffen. Die Zahl der übergewichtigen Personen hat sich seit 1980 so gut wie verdoppelt.

In der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet wurden nun Daten einer Langzeitstudie über den Trend des globalen Body-Mass-Index (BMI) veröffentlicht. Ausgewertet wurden Untersuchungen an 9,1 Millionen Teilnehmern aus 199 Ländern und Regionen.

Ab einem BMI von 25 spricht man von Übergewicht; Adipositas beginnt bei einem BMI von 30. Im Jahr 2008 hatten laut Studie schätzungsweise 1,46 Milliarden Erwachsene weltweit einen BMI gleich oder höher als 25; von diesen Personen waren geschätzte 297 Millionen Frauen und 205 Millionen Männer fettleibig.

Von den Ländern mit hohem Einkommen hatten die USA die höchsten BMI-Werte. Aber auch in Ländern mit geringerem Einkommen sind viele Menschen zu dick, so z.B. in einigen Ländern Ozeaniens. Dort wurden die höchsten BMI-Durchschnittswerte nachgewiesen. Die niedrigsten  Durchschnittswerte hatte Japan zu verzeichnen. Der durchschnittliche BMI der Gesamtbevölkerung liegt bei Frauen bei 23,8 und bei Männern bei 24,1. Deutschland kann mit diesem Schnitt nicht mithalten. Dieser liegt bei deutschen Frauen durchschnittlich bei 25,7 und bei den Männern bei 27,2.

Die Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation Gretchen Stevens meint dass die Veränderung der Ernährung und der körperlichen Aktivitäten zur weltweiten Ausbreitung der Fettleibigkeit beigetragen hat.

Referenzen:
The Lancet, Volume 377, Issue 9765, Pages 557-567, 12.02.2011
Zeit-online.de, Eine halbe Milliarde Menschen ist übergewichtig, 04.02.2011


Verzweigtkettige Aminosäuren und Insulinresistenz

Eine Insulinresistenz bessert sich durch Gewichtsreduktion, aber das Ausmaß der Veränderung ist sehr unterschiedlich. Wissenschaftler der Duke University untersuchten deshalb, welche Metabolite einen Therapieerfolg hinsichtlich Verbesserung der Insulinresistenz voraussagen können. Dabei erwiesen sich die Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren als bester Marker für die Voraussage einer Verbesserung der Insulinresistenz, und das unabhängig vom Gewichtsverlust. Mit Hilfe der verzweigtkettigen Aminosäuren könnten also die Personen herausgefunden werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit von einem moderaten Gewichtsverlust profitieren könnten.

Referenz:
Shah SH et al.: Branched–chain amino acid levels are associated with improvement in insulin resistance with weight loss. Diabetologia Februar 2012


Eisenstoffwechsel und Übergewicht

Seit einigen Jahren weiß man, dass der Eisenstoffwechsel durch das Hormon Hepcidin  reguliert wird. Hepcidin wird auch vom Fettgewebe gebildet und freigesetzt. Bei schwerem Übergewicht ist die Konzentration von Hepcidin deutlich erhöht.

Ägyptische Wissenschaftler untersuchten, welchen Einfluss Übergewicht auf die Parameter des  Eisenstatus hatte. An der Studie nahmen 35 übergewichtige und 35 normalgewichtige Kinder mit einer Eisenanämie teil, sowie 30 gesunde Versuchspersonen. Die Hepcidinkonzentration war, im Vergleich zur Kontrollgruppe, bei normalgewichtigen Kindern mit Anämie signifikant niedriger. Bei den übergewichtigen Kindern mit Anämie war die Konzentration signifikant höher. Eine Eisentherapie führte bei den übergewichtigen Kindern zu keinen signifikanten Veränderungen der Hepcidinspiegel.

Das wichtigste Ergebnis dieser Studie war, dass Übergewicht offensichtlich die Hepcidinspiegel erhöht und dass diese Erhöhung mit einem verminderten Ansprechen auf die orale Eisentherapie bei Kindern verbunden ist. Übergewicht bei Kindern erschwert also die Behandlung einer Eisenmangelanämie.

Referenz:
Sanad M et al.: Obesity modulate serum hepcidin and treatment outcome of iron deficiency anemia in children: a case control study. Ital J Pediatr. 19.07.2011


Mikronährstoffe und Entzündungsmarker

Wissenschaftler aus Mexiko untersuchten den Mikronährstoffstatus und Entzündungsmarker bei 280 übergewichtigen Frauen in ländlichen Gebieten in Mexiko. Es wurden die Konzentrationen der Zytokine Il-1, Il-6, Il-10 und Interleukin 12 bestimmt. Außerdem TNF-Alpha, das Lipidprofil sowie die Mikronährstoffe Zink, Vitamin A, C und E. 80 Prozent der Frauen waren übergewichtig oder adipös und hatten signifikant höhere CRP-Konzentrationen als die normalgewichtigen Frauen. Die Studienteilnehmerinnen mit hohen Zinkkonzentrationen hatten ein deutlich geringeres Risiko für hohe Konzentrationen der Entzündungsmarker. Höhere Vitamin-A-Konzentrationen verminderten leicht das Risiko für hohe Konzentrationen von Il-1 und Il-12. Vitamin C und Vitamin E hatten keinen Einfluss auf die Entzündungsmarker.

Das Ergebnis der Studie: Höhere Zinkkonzentrationen wirken bei Frauen mit Übergewicht oder Adipositas offensichtlich antientzündlich.

Referenz:
Zavala G. et al.: Specific micronutrient concentrations are associated with inflammatory cytokines in a rural population of Mexican women with a high prevalence of obesity. Br J Nutr. 2012 May 29:1-9.