Übergewicht und Vitamin-D3-Konzentration

Forscher aus Mexiko untersuchten bei 1772 Personen über 50 Jahren den Zusammenhang zwischen der Konzentration von 25-OH-Vitamin D und Übergewicht/Adipositas. Übergewichtige und adipöse Personen hatten signifikant niedrigere Konzentrationen von 25-OH-Vitamin D als normalgewichtige Studienteilnehmer.

Referenz:
Rontoyanni VG et al.: Association between Obesity and Serum 25(OH)D Concentrations in Older Mexican Adults. Nutrients. 2017 Jan 31;9(2).


Ferritin eignet sich nicht zur Beurteilung des Eisenstatus bei Übergewicht

Wissenschaftler aus Pakistan untersuchten, inwieweit Ferritin bei übergewichtigen und adipösen Patienten sich zur Beurteilung des Eisenstatus eignet. Sie konnten nachweisen, dass Ferritin bei übergewichtigen und adipösen Patienten als Marker der Entzündungsaktivität anzusehen ist und sich deshalb nicht zur Beurteilung der Eisenversorgung eignet.

Kommentar:
Das Ergebnis dieser Studie ist sehr wichtig und auch von großer praktischer Relevanz, da doch sehr viele Menschen übergewichtig oder adipös sind. In diesen Fällen muss also für eine zuverlässige Eisendiagnostik unbedingt der lösliche Transferrin-Rezeptor bestimmt werden.

Referenz:
Abidullah Khan et al.: Ferritin Is a Marker of Inflammation rather than Iron Deficiency in Overweight and Obese People. J Obes. 2016; 2016: 1937320.


Antioxidative Vitamine beim metabolischen Syndrom

Wissenschaftler der Universität von Lodz untersuchten bei 182 Patienten mit einem metabolischen Syndrom die Konzentrationen der Vitamine A, C und E und verglichen sie mit den Messwerten einer Kontrollgruppe. Sie konnten nachweisen, dass die mittleren Plasma-Vitaminkonzentrationen von A, C, und E beim metabolischen Syndrom signifikant niedriger waren als bei den Kontrollpersonen. Es fand sich keine Korrelation zwischen der Aufnahme von Vitamin A, C und E über die Ernährung und ihren Plasmakonzentrationen bei den Patienten mit metabolischem Syndrom. Trotz relativ hoher Aufnahme von Antioxidatien über die Nahrung zeigten Patienten mit einem metabolischen Syndrom relativ niedrige Blutkonzentrationen.

Referenz:
Godala MM et al.: Lower Plasma Levels of Antioxidant Vitamins in Patients with Metabolic Syndrome: A Case Control Study. Adv Clin Exp Med. 2016 Jul-Aug;25(4):689-700.


Eisenmangelanämie und megaloplastische Anämie bei Übergewicht

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten den Zusammenhang zwischen Übergewicht/ Adipositas und verschiedenen Formen der Anämie. Der BMI der Studienteilnehmer war invers mit der Vitamin-B12-Konzentration im Serum assoziiert. Bei 9,8 Prozent der Patienten wurde eine Eisenmangelanämie festgestellt. Ein B12-Mangel zeigte sich bei 20,9 Prozent. Ein Eisenmangel ist also ein häufiger Befund bei übergewichtigen Patienten. Ein Vitamin-B12-Mangel kam aber noch häufiger vor und betraf in dieser Studie ein Fünftel der Patienten. Möglicherweise könnte die Entstehung von Übergewicht zu einem B12-Mangel führen.

Referenz:
Arshad M et al.: Iron deficiency anemia and megaloblastic anemia in obese patients. Rom J Intern Med. 2016 Sep 18.

 


Eisenstudien bei übergewichtigen und adipösen Kindern

Ein Wissenschaftler aus Thailand publizierte einen Übersichtsartikel über Eisenstudien bei übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen. Konsistent wurde ein vermehrtes Auftreten von Eisenmangel oder ein erhöhtes Risiko für Eisenmangel bei übergewichtigen und adipösen Kindern und Jugendlichen beobachtet. Eine plausible Erklärung hierfür ist der chronische Entzündungszustand, der durch starkes Übergewicht hervorgerufen wird. Interventionsstudien haben auch gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit Übergewicht und Adipositas nur vermindert auf eine orale Eisentherapie ansprechen.

Referenz:
Hutchinson C et al.: A review of iron studies in overweight and obese children and adolescents: a double burden in the young? Eur J Nutr. 2016 Oct;55(7):2179-97.


Übergewicht und Vitamin-D-Spiegel

Wissenschaftler aus China untersuchten bei 1277 Personen im Alter zwischen 20 und 82 Jahren den Zusammenhang zwischen Parametern des Übergewichts und den 25-OH-D-Spiegeln im Blutserum. Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass Personen mit abdominalem Übergewicht im Vergleich zu den Kontrollpersonen niedrigere 25-OH-D-Spiegel aufwiesen. Das abdominelle Übergewicht wurde definiert durch den Taillenumfang und durch das Verhältnis Taille zu Hüfte.

Referenz:
Zhang Y et al.: The relationship between obesity indices and serum vitamin D levels in Chinese adults from urban settings. Asia Pac J Clin Nutr. 2016;25(2):333-9.


Histidin und Übergewicht

Chinesische Wissenschaftler untersuchten bei 88 übergewichtigen oder adipösen Studienteilnehmern, inwieweit die Histidinaufnahme mit Übergewicht assoziiert war. Sie konnten nachweisen, dass bei den adipösen Probanden im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen die Histidinaufnahme über die Nahrung signifikant niedriger war. Die Histidinaufnahme korrelierte invers mit dem BMI und der Taillenweite, außerdem mit dem Blutdruck. Eine höhere Histidinzufuhr war besonders bei Frauen mit einer geringeren Prävalenz von Übergewicht und abdominellen Übergewicht verbunden.

Referenz:
Li YC et al.: Relationships of Dietary Histidine and Obesity in Northern Chinese Adults, an Internet-Based Cross-Sectional Study. Nutrients. 2016 Jul 11;8(7). pii: E420. doi: 10.3390/nu8070420.


Vitamine bei Fettleber

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist eine komplexe Störung des Leberstoffwechsels, die stark mit Übergewicht zusammenhängt. Verschiedene Vitamine können die Entstehung der Fettleber günstig beeinflussen. Wissenschaftler aus Großbritannien erwähnen diesbezüglich die Vitamine A, B3, B12, D und E.

Vitamin A kann z. B. die Fettansammlung in der Leber vermindern und den Fettabbau in der Leber aktivieren. Vitamin D ist ein wichtiger Regulator des Immunsystems und vermindert die Entzündungsaktivität. Vitamin E ist ein wichtiges fettlösliches Antioxidans, das insbesondere Fettmoleküle vor oxidativen Schäden schützt. Bei Patienten mit Fettlebererkrankung wurde mehrfach ein oxidativer Stress nachgewiesen. Eine Supplementierung von Vitamin B3 kann zum Beispiel die Insulinsensitivität verbessern und die Serumspiegel von Triglyceriden und LDL-Cholesterin vermindern. Bei der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung, die wie bereits erwähnt sehr eng mit der Entwicklung von Übergewicht zusammenhängt, sollte also der Vitamin-Status größere Beachtung finden.

Referenz:
Jiawei Li et al.: The Role of Vitamins in the Pathogenesis of Non-alcoholic Fatty Liver Disease. Integr Med Insights. 2016; 11: 19–25. Published online 2016 Apr 27. doi:  10.4137/IMI.S31451


Aminosäurenkonzentrationen bei Übergewicht und Diabetes

Wissenschaftler aus Japan untersuchten den Zusammenhang zwischen den Aminosäurenkonzentrationen im Blutplasma und Übergewicht und Glucoseregulation bei japanischen Erwachsenen mit normaler Glucosetoleranz. 83 Studienteilnehmer mit normaler Glucosetoleranz wurden in die Gruppen übergewichtig und nicht übergewichtig eingeteilt und dann noch in die Gruppen viszerales Übergewicht und nicht viszerales Übergewicht. Viszerales Übergewicht war mit höheren Konzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren assoziiert, außerdem mit höheren Konzentrationen von Lysin, Tryptophan, Cystin und Glutamat und niedrigen Konzentrationen von Asparagin, Citrullin, Glutamin, Glycin und Serin. Das Homöostase-Modell  für die Betazellfunktion korrelierte positiv mit Leucin, Tryptophan, Valin und Glutamat und negativ mit Citrullin, Glutamin, Glycin und Serin.

Die Menge von viszeralem Fett war positiv mit den Tryptophan- und Glutamatspiegeln assoziiert. Die viszerale Fettmenge und die subkutale Fettmenge korrelierte negativ mit Citrullin, Glutamin und Glycin. Insgesamt zeigte die Untersuchung verschiedene spezifische Zusammenhänge zwischen 10 Aminosäuren und der Art und dem Ausmaß von Übergewicht sowie Indizes der Glucose- und Insulinregulation. Möglicherweise haben diese Aminosäuren eine Bedeutung als frühe Marker für die Prävalenz von Übergewicht und Diabetes.

Referenz:
Takashina C, Tsujino I et al.: Associations among the plasma amino acid profile, obesity, and glucose metabolism in Japanese adults with normal glucose tolerance; Nutr Metab (Lond). 2016 Jan 19;13:5.


Aminosäuren und Fettstoffwechsel

Japanische Wissenschaftler untersuchten den Effekt einer Aminosäurenmischung auf die Fettverbrennung. Die Mischung bestand aus den Aminosäuren Arginin, Alanin und Phenylalanin. Sie konnten nachweisen, dass die Einnahme von drei Gramm dieser Mischung vor einer körperlichen Anstrengung den Fettstoffwechsel stimuliert. Die genannte Aminosäurenmischung könnte also in Zusammenhang mit einer körperlichen Aktivität eine sinnvolle Ernährungsstrategie zur Verbesserung der Fettverbrennung sein.

Referenz:
Ueda K1, Nakamura Y et al.: Amino Acid Mixture Enriched with Arginine, Alanine, and Phenylalanine Stimulates Fat Metabolism During Exercise; Int J Sport Nutr Exerc Metab. 2015 Aug 3.